Ein näherer Blick. (Please scroll down for the english version.)

Es ist immer schwierig den kreativen Auswüchsen von arg gemochten Freunden beizuwohnen. Einerseit das Wissen um mangelnde Objektivität, da man gewillt ist, ALLES hirnlos zu beklatschen. Immerhin hat dieser tolle Mensch diese schiefe Vase getöpfert, also ist die Vase die beste Vase. Logik soweit etabliert. Andrerseits das schale Gefühl, macht eben jener Freund sich da vor einem zum Klops. Schlimmer wirds nur noch, wenn dann auch noch eine OBJEKTIVE Kritik erwünscht ist, vielleicht auch fundierte GRÜNDE UND ARGUMENTE. Heikle Sache. Nicht so bei  Tim. Seine Homepage hab ich nur entdeckt, da ein gemeinsamer Freund mich auf Entstehung dieser hingewiesen hat. Ganz allein, ohne notwendige höfliche Anspannung, saß ich an meinem Küchentisch und klickte mich interessiert durch sämtliche Fotos und Videos, bis mein Café längst erkaltet und mein stilles Erstaunen zu lautem Stolz geworden waren. Eigentlich hatte ich nur gehofft, mal wieder etwas über einen von mir vermissten Menschen zu erfahren, stattdessen wurde mir klar, dass dieser  all die Zeit mal wieder viel zu wenig verraten hatte. Ich lief in die Zimmer meiner Mitbewohner, schleifte sie in die Küche und zeigte mit einem von Stolz gekräftigtem Zeigefinger auf meinen Laptop. „Guckt euch das an, Timmi hat jetzt ne Homepage!“

Seine Fotos berühren, da sie vermögen den Mensch dahinter auszumachen und dennoch den Fokus immer auf den Motiven zu belassen. Metaphorisch gesprochen. Wie oft vergessen Fotografen den Aspekt des persönlichen Blickwinkels, der sich durch die Linse auf das Motiv überträgt.

Ein Foto kann Geschichten erzählen und bei ein paar wenigen, hört man sogar die Stimme des Erzählers, kann den Gesichtsausdruck erahnen, erkennen was der andere sah und nach dem Moment tasten. Dann ist ein Foto ein BILD, ein Ausschnitt der von der Wahrnehmung anderer berichtet und dies mit anderen teilt. Dann verlassen sie das eigentlich sie begrenzende Medium und geben Auskunft über das Mehr hinter und neben den 19×11 Zentimetern. Tims Fotos zeigen schlichte Dinge und doch mehr. Sie brauchen keine fancy Bildunterschriften, keinen Sarkasmus der bitter nachschmeckt und keine Entblößung der sie abzubildenen.

Den Menschen auf Tims Fotos nehme ich die Authentizität des    Augenblicks ab, da ich weiß, er diese gewährleistet, sie durch seine Anwesenheit nicht gefährdet oder beeinflusst. Man fühlt sich in Tims Nähe einfach wohl, auch das sieht man den Gesichtern an. Er ist keiner von jenen Leuten mit Kamera, die ihre Linse langsam vor dich schieben, um dann zu flüstern: „Tu einfach so, als sei ich nich da. Sei ganz normal.“ Er verschwindet, (Und das bei zwei Metern Körpergröße!)ist unauffällig und wird für die Dauer des Fotografierens die Tapete, der man alles erzählen kann.  Wenn man will. Danach taucht er wieder auf und fragt, ob man jetzt zusammen zu viel Bier trinken wolle. Will man.

Vielleicht bist du ja für andere eine ebenso große Inspiration. Ich bin stolz auf dich.

(Mehr? http://www.timmaxeiner.com )

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