Bruce die SR, wir.

Nach der intensiven ersten Fahrt mit der SR400 hat sich die erste Aufregung irgendwann gelegt, ich und das nachtschwarze  (Wink mit der Blockhütte ob des Namens..) schöne Gefährt wurden sowas wie Freunde. Und damit da ein schöner roter Faden bleibt, setze ich mir in den folgenden Tagen immer mal meine liebsten Freunde hinter mich und sage: „Gut Festhalten. Vor allem beim Anfahren und in Kurven.“ Desweiteren bin ich jetzt ein Mensch, der so Sätze sagen kann wie: „Klar fahr ich dich nach Hause.“ oder „Waaaas hast du gesagt?“, wenn aus zwei Helmen Unterhaltungen gegen den Fahrtwind arbeiten.

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Auch selten: Wenn was mit dem Studentenbudget klar geht.

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Der Tankdeckel zickt, Lena bleibt geduldig.

Lena kommt vorbei. Sie ist klein und wiegt quasi nichts, optimale erste Mitfahrerin. Wir setzen uns grobe Ziele für den Tag, etwa bei einem Freund vorbeizusehen und fahren ansonsten drauf los. Zumindest die viele ungeplante Zeit erweist sich als richtig, Wien ohne Navi, mit zwei Fahrradfahrern auf nem Moped: Interessant. Irgendwann mimt Lena mit meinem alten Schrammel-Iphone in der Hand den Kompass, verfahren tun wir uns dennoch oft, aber: Wurscht. In Meidling, einem der größten Bezirke Wiens verfahren wir uns satte anderthalb Stunden, sowas lässt sich mit Stopps für Wassereis ebenfalls gut finden.

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Woran erkennt man einen freundlichen Motorradfahrer? An den Fliegen in den Augen. Visier nach wie vor nicht lieferbar.

Strecken auf der Hinfahrt sind in dieser Stadt nicht das gleiche wie auf dem Rückweg. Wir brettern auf dem Ring entlang, an dem Rathaus vorbei, dem Museumsquartier, klappern die Wahrzeichen ab und sind unser eigenes. 

Rollerfahrer fühlen sich grundlegend von uns herausgefordert, vor allem da zweimal langes Haar unterm Helm, oder weil Bruce so schön ist. An den Ampeln gas ich an, zwei Leute mit Faust in der Luft und Indianergeheul vorne, hinter uns die lange dicke Autoschlange.

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Die SR ist eine schöne Gurke. Sie blubbert ganz herrlich, die lange Sitzbank fühlt sich an: Wie ein kleines Sofa, das in einem Meter Höhe durch die Luft wischt. Zu zweit muss Bruce im ersten Gang schon ackern, aber ist halt auch keine Rennmaschine. Über den Tag verteilt winken uns Menschen aus Autos zu, alle finden das Moped schön, unsere Knattergeräusche vielleicht auch, die Laune ist gut, bedrohlich findet uns eigentlich keiner. (Verdammt. Vielleicht doch nächstes Mal wieder die Sturmmaske unterm Helm.)IMG_0003

Spät kehren wir zurück, die Nacht ist entspannt, kaum wer auf den Straßen, Bruce vibriert – man muss es sagen- angenehm,der Tank ist wieder voll.  100-120 km schafft der, so viel weiß ich jetzt als Richtwert, die Tageskilometeranzeige haben wir brav zurückgedreht.

Zum Abschluss gibts Käsekrainer und Almdudler – zwei Piefke in Wien. Morgen bring ich Bruce zurück, dann wird er verkauft und ich bekomm eine andere Maschine zum testen. Oh, sowas wie Abschiedsschmerz kommt auf.

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Das „Navi“ für die Fahrt zur Yamaha- Zentrale. Danke für den Tipp Felix!

Fotos: Lena Ures, Gloria Kupsch, Patrick Morawetz

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