und weg.

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Heinz und niemand sonst.

Eigentlich wollt ich besser vorbereitet sein. Ich habe immer noch keine Regenkombi, noch Navi, geschweige denn ne gute App auf dem Handy, zusätzlich ist gestern der Homebutton meines Schrammel-4S endgültig ausgefallen (ja ich weiß, gibts digital, war aber ein Akt den ohne Homebutton einzustellen..), Internet hab ich nur noch per Prepaid auf dem Handy, sobald ich in Deutschland bin, werde ich keins haben.

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20km vor Wien und meine Secondhand-Stiefel geben nach 7 Tagen Dauerregen beim Almabtrieb auf.

Die Stiefel sind noch nicht repariert von der letzten Tour, die Handschuhe eingelaufen vom tagelangen Regen, ich fahre die ganze Zeit mit nackten Händen, habe oft interessante Bräunung auf dem Handrücken, die Finger sind weiß.
Hatte wenig Zeit in den letzten zwei Wochen, musste noch überstürzter nach Berlin ziehen als ursprünglich geplant, naja, mein Zeug.

IMG_1129Das letzte Geld, das ich in Wien ausgeben wollte, ist für ein Messer drauf gegangen, wie so oft, der Spleen muss befriedigt werden. Eine alte Spiegelreflexkamera kam dazu, ich will wieder diesen Überraschungsmoment beim Abholen der entwickelten Bilder, außerdem war ihr Preis noch drin im Budget.

Da ich normaler Weise ein Technikspast bin, wird die Einfummelei mit der Minolta eine Aufgabe werden, ich hab mir die Bedienungsanleitung aufgehoben für Pausen beim Reisen, mal sehen wie die ersten Fotos werden, ich freu mich drauf. Praktisch ist das alles nicht, aber ich glaub, praktisch ist nicht mein Ding, außerdem hab ich gerade Lust auf Zeitlöcher, will nicht auffindbar sein, will mich in Wildnis verkriechen.

 

 

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Ronja Räubertochter – Moment beim nackigen Baden allein im Weiher.

Wieder bin ich ohne Wohnung, habe noch kein Zimmer in Berlin, egal. Egal. Ich muss jetzt weg. Meine fehlende Geduld kommt wieder ins Spiel, die und mein geknickstes Herz, ich verlass Wien wie ich damals hier angekommen bin, immerhin, ein Kreismoment. Kann auch seit Wochen nichts anderes von mir geben als dieses selbstmitleidige Geseiere, wer will das hören, niemand, deswegen schreib ich es hier hin, quetsch es raus. Die Ironie ist groß und hockt mir unpraktisch auf den Schultern, da sollte doch anderes Gepäck hin, aber gut, kommst du halt auch mit, du bist ja nun schon länger da.

Die grobe Planung besagt, dass ich jetzt ins Salzkammergut fahre, dann nach Freiburg zu Sophie, dort an meinem jetzigen Textprojekt arbeite, dann nach Insul (Worldcup Downhillrennen), dann zum Joyride (Freeride). Ob, wie, wann, was: Ich weiß es nicht. Mal schauen. So anstrengend meine nicht vorhandene Planung es manchmal macht, umso wohliger wirds, wenn ich mich nur nach Laune und Sonne richte, der Wind neben mir, ansonsten der jeweilige Ohrwurm im Kopf und ich auf der Straße. Ja ich weiß, ich bewege mich hier ausschließlich in Umgebung von ausgelutschten einsame Wölfin-Metaphern, aber ich hab Herzscheiße, steck bis zum Hals drin und die Ausläufer kriechen mir ins Hirn, machen andere Gedanken unmöglich. Hoffen wir, dass der klare Blick zurück kommt, wenn ich weit genug weg bin und lange genug auf Landstraßen mein tausendfach wiedergekäutes „Aber was wäre wenn..?“ in den Gegenwind gebrüllt hab. Falls du das hier liest: Ich werd dich vermissen, immerzu.

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Bis irgendwann, bis bald.

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Foto: Valentin Kouba / Schaaf GoPro

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